Unter dem Motto "Hier spielt das Leben" informierte der neu gegründete Nordhessische Verbund Glücksspielsucht der Diakonie am 17. September über seine Tätigkeiten und Ziele.
In dem Verbund haben sich die regionalen Diakonischen Werke Waldeck-Frankenberg, Hersfeld-Rotenburg, Eschwege-Witzenhausen, Schwalm-Eder-Kreis, Marburg und Kassel zusammengeschlossen, um ein flächendeckendes Beratungs-, Behandlungs- und Präventionsangebot für Menschen mit Glücksspielproblemen und deren Angehörigen in der Region Nordhessen zu schaffen. Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, meinte als Vertreter des Landesverbandes dazu: "Ich freue mich, dass die regionalen Diakonischen Werke in Nordhessen sich zu diesem Verbund zusammengetan haben. Wir als Landesverband begrüßen diesen Schritt, zeigt er doch, wie wichtig der Netzwerkgedanke ist. Und wie bedeutungsvoll dieser Schritt ist, zeigen die aktuellen Zahlen zu den Umsätzen (der Glücksspielanbieter) aus den einzelnen Regionen. Es ist schon erschreckend, wie viele Menschen in unserer Region betroffen sind."
Der Nordhessische Verbund Glücksspielsucht ist Teil eines von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) koordinierten Projekts, mit dem sie vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und des Ministeriums des Innern und für Sport beauftragt wurde. Ziel ist die Umsetzung der im Glücksspielstaatsvertrag (gültig seit 1.1.2008) geforderten Maßnahmen zur Verhinderung von Glücksspielsucht.
In Hessen wurden 15 ausgewählte Suchtberatungsstellen personell verstärkt, zunächst befristet auf die Projektdauer von 4 Jahren.
Die Fachstelle für Suchthilfe und Prävention im Diakonischen Werk Eschwege/ Witzenhausen ist mit einer zusätzlichen halben Stelle für die "Fachberatung Glücksspielsucht" ausgestattet, die von Eva-Maria Bohr bekleidet wird. Im Nordhessischen Verbund Glücksspielsucht arbeiten insgesamt 6 BeraterInnen zusammen.
Ziele des Verbundes
Nach repräsentativen Erhebungen der Uni Bremen (Bisdro 2006) zum Vorhandensein von Glücksspielsucht in der bundesdeutschen Bevölkerung werden ca. 265.000 Personen als pathologische Spieler eingestuft. Damit liegt das anzunehmende Ausmaß der Glücksspielproblematik mindestens in der Größenordnung der Zahl an Drogenabhängigen.
Der Nordhessische Verbund Glücksspielsucht der Diakonie hat sich zum Ziel gesetzt, in Nordhessen ein ausdifferenziertes Angebot für Menschen mit Glücksspielproblemen zu bieten:
vom Erstgespräch bis zur ambulanten Therapie und Nachsorge ist ein umfassendes Angebot entstanden und kann in den Suchtberatungsstellen und den Außenstellen der diakonischen Werke in Nordhessen in Anspruch genommen werden. Ein wichtiger Schritt, um die Angebote bekannt zu machen, ist die Fertigstellung der gedruckten Medien, die im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurden.
Weitere Informationen unter www.hier-spielt-das-leben.de
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