Im Rahmen ihrer Sommertour verschaffte sich die Landtagsabgeordnete Sigrid Erfurth (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) bei ihrem Besuch der Fachstelle für Suchtprävention in Eschwege einen Überblick über das vielfältige Angebot des Arbeitszweiges des Diakonischen Werkes Eschwege/Witzenhausen.
Leiter Harald Nolte erklärte, dass Sucht- und Gewaltvorbeugung ganzheitlich durchgeführt werden und frühzeitig beginnen muss. Das Kindergartenprogramm PAPILIO wird im Landkreis erfreulich gut angenommen: immer mehr Einrichtungen und Kindergärtnerinnen lassen sich zertifizieren. Die Kinder lernen, ihre Emotionen auch mit Hilfe von Marionetten der Augsburger Puppenkiste, wie "Freudiboldi" und "Heuliboldi", auszudrücken. Für die nächste Altersgruppe ist das Programm "Klasse 2000" konzipiert. Wermutstropfen an diesem Programm ist, dass die Schulen für jede teilnehmende Klasse 220 Euro aufbringen müssen. "Allerdings ist das Geld gut angelegt: die Kinder lernen den kritischen Umgang mit Tabak, Alkohol und Versprechen der Werbung ebenso wie das Nein-Sagen bei Gruppendruck. Wir sollten allen Kindern diese Fähigkeiten mit auf den Weg geben, damit sie sich gut entwickeln" hofft Erfurth auf Sponsoren für das Programm.
Zum Problemkreis Jugendliche und "Komasaufen" stellte Tabea Bosch der Landtagsabgeordneten Erfurth das neue Projekt HALT ("Hart am Limit") vor. Im Rahmen der neu geschaffenen Stelle gibt es eine offene Sprechstunde in Eschwege (Montag 15 Uhr) und in Witzenhausen (Dienstag 14 Uhr). Im Herbst wird erstmalig ein interessantes Gruppenangebot durchgeführt, bei dem die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihre Grenzen erfahren.
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Dienststellenleiterin Andrea Böhnke plädierte für eine gesamtgesellschaftliche Umorientierung hin zu weniger Alkohol und Nikotin im Alltag. Rauchfreie Räume sollten bei Familienfeiern selbstverständlich sein. "Ich teile diese Einstellung", so Erfurth. "Wir halten das im privaten Kreis schon seit vielen Jahren so. Kinder brauchen Schutz vor den Auswirkungen von Drogen und Rücksichtnahme durch die Erwachsenen."
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